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Wissenschaftler, die das Verhalten von Schweinen beobachtet haben, sind
der Meinung, dass Schweine die intelligentesten Tiere (abgesehen von
Primaten) sind. Schweine übertreffen Primaten sogar in einigen
intellektuellen Bereichen.
Das unbekannte Leben der Schweine
Der ehemalige US-Präsident Harry Truman sagte einst: "Kein
Mann sollte Präsident werden dürfen, wenn er Schweine nicht versteht." Die
meisten Menschen wissen nur sehr wenig über diese faszinierenden Tiere.
Tatsächlich sind Schweine neugierige, einfühlsame Tiere, von denen man
annimmt, dass sie über eine Intelligenz verfügen, die über die eines
durchschnittlichen 3 Jahre alten Menschenkindes hinausgeht. Sie sind
klüger als Hunde und genauso freundlich, loyal und liebevoll. In ihrer
natürlichen Umgebung, also nicht in der Intensivhaltung, sind sie sozial,
verspielt und beschützend, gehen Beziehungen miteinander ein, machen
Betten, relaxen in der Sonne und kühlen sich im Schlamm ab.
Da die
meisten Menschen mit Schweinen eher nicht vertraut sind, dürften sie wohl
erstaunt sein zu erfahren, dass sie träumen, ihre Namen erkennen,
Videospiele besser spielen als manche Primaten und ein soziales Leben
führen, das so komplex ist, wie man es zuvor nur von Primaten
kannte.
Menschen, die Gnadenhöfe betreiben, beschreiben Schweine
häufig anhand ihrer menschlichen Eigenschaften, denn sie haben gelernt,
dass Schweine, genau wie Menschen, gerne Musik hören, mit Fußbällen
spielen und sich massieren lassen. Um mehr über diese erstaunlichen Tiere
zu erfahren, klicken Sie hier.
Was die Experten sagen
Professor Stanley Curtis von der Penn State
University fand heraus, dass Schweine spielen und hervorragend sind bei
Videospielen mit Joysticks. Er beobachtete, dass sie "einer abstrakten
Vorstellung fähig sind" und "in der Lage, sich ein Ikon zu merken und sich
zu einem späteren Zeitpunkt daran zu erinnern."
Professor
Curtis meint, dass "bei den Schweinen sehr viel mehr im Bereich des
Denkens und Beobachtens vor sich geht, als wir je vermutet hätten."
Schweine sind viel schlauer als Hunde, so die Wissenschaft, und waren bei
Videospielen sogar besser als manche Primaten. Dazu Dr. Sarah Boysen,
Curtis' Kollegin: "[Schweine] sind imstande, sich mit einer Intensität zu
konzentrieren, die ich nie bei einem Schimpansen gesehen habe."
Schweine bilden komplexe soziale Einheiten und lernen von einander
in einer Weise, die wir zuvor ausschließlich bei Primaten beobachtet
haben. So bedienen sich Schweine beispielsweise schlauer Listen, um sich
gegenseitig auszustechen. Schweine lernen häufig, anderen zu Futter zu
folgen, um es ihnen dann wegzuschnappen. Diejenigen, die reingelegt
wurden, lernen, ihr Verhalten zu ändern, um so nicht mehr so häufig das
Nachsehen zu haben. Und Dr. Mike Mendyl bemerkt, dass Schweine ihre
kompetitive Stärke signalisieren können und "diese Information einsetzen
können, um offenkundige Aggressionen bei Streitigkeiten um den sozialen
Rang zu minimieren", genau wie viele Primaten (und auch der Mensch). Er
erklärt, dass "Schweine ein recht ausgeklügeltes soziales
Wettbewerbsverhalten entwickeln können, ähnlich dem, das man von einigen
Primatenarten kennt." Schweine kommunizieren permanent miteinander.
Mehr als 20 ihrer Oinks, Grunzlaute und Quieker wurden für verschiedene
Situationen differenziert, vom Werben um ihre Partner bis zur Äußerung
von: "Ich hab Hunger!"
Schweine verfügen über ein langes
Gedächtnis. Dr. Curtis legte einen Ball, eine Frisbee-Scheibe
und eine Hantel vor mehrere Schweine und war in der Lage, ihnen
beizubringen, darüber zu springen, sich daneben zu setzen bzw. auf
Verlangen jeden dieser Gegenstände zu holen, und sie konnten sich noch
drei Jahre später an die Gegenstände erinnern.
Wissenschaftler an
der University of Illinois haben gelernt, dass Schweine nicht nur
bestimmte Temperaturen bevorzugen, sondern auch durch Versuch und Irrtum
lernen, wie man die Heizung in einer kalten Scheune einschaltet, wenn man
ihnen Möglichkeit dazu gibt, und sie wieder ausstellen, wenn es ihnen zu
warm wird.
Professor Donald Broom von der Cambridge University
Veterinary School meint: "[Schweine] besitzen die kognitive Fähigkeit,
sich sehr differenziert zu verhalten. Sogar noch mehr als Hunde und ganz
sicher Dreijährige."
Suzanne Held, die die kognitiven Fähigkeiten
von sogenannten "Nutztieren" am Zentrum für Verhaltensbiologie der
University of Bristol studiert, meint, dass Schweine "richtig gut darin
sind, sich zu merken, wo sich Futter befindet, denn in ihrer natürlichen
Umgebung ist Futter ungleichmäßig verteilt, und es zahlt sich aus,
profitable Futterstellen wiederzufinden."
Neugeborene Ferkel
lernen, auf die Stimme der Mutter zu hören und Mütter singen ihren Babies
etwas vor, während sie sie säugen.
Schweine sind in
Wirklichkeit sehr saubere Tiere. Stellt man ihnen ausreichend
Platz zur Verfügung, sind Schweine sehr darauf bedacht, sich nicht dort zu
entleeren, wo sie schlafen oder essen. Schweine "schwitzen nicht wie
Schweine"; sie sind vielmehr gar nicht imstande zu schwitzen. Schweine
lieben es, im Wasser oder Schlamm zu baden, um sich
abzukühlen.
Das Sozialleben der Schweine |
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